BM a.D. Karl Blecha

Biografie Karl Blecha

Nach dem Besuch der Volksschule wechselte er in das Bundesgymnasium Döbling, an dem er 1952 maturierte und anschließend an der Universität Wien die Fächer Psychologie, Ethnologie und Soziologie inskribierte.

Schon als Mittelschüler – er war einer der Begründer des VSM (Verband Sozialistischer Mittelschüler) und ab 1952 dessen Obmann - begann er, sich aktiv für die sozialdemokratischen Werte einzusetzen. Als junger Student ist er unermüdlich im Einsatz, um die Verbreitung dieser Werte, die ihm – wie er sagt – „eine Herzensangelegenheit“ waren, intensiv voranzutreiben. Als Referent einer Veranstaltung des VSM lernt der 20-jährige Karl Blecha den damals 15-jährigen Heinz Fischer kennen. Eine Freundschaft, die das ganze Leben andauern wird, wurde begründet. Von 1954 bis 1956 war Karl Blecha Verbandsobmann der Sozialistischen Studenten, im Jahr 1953 nimmt er erstmals als ordentlicher Delegierter an einem Parteitag der SPÖ teil und ist von 1971 bis 1974 Vorsitzender der Jungen Generation in der SPÖ.

Sein beruflicher Werdegang beginnt bereits während des Studiums: Er wird Wiener Redakteur der steirischen Tageszeitung „Neue Zeit“, Chefredakteur des „Journals für Sozialforschung“ und Werbeleiter des Verlagskonzerns des Österreichischen Gewerkschaftsbundes tätig.

Nach Studienaufenthalten in Köln und Bad Godesberg (BRD) kehrt er 1963 nach Wien zurück, wird Geschäftsführer der ECHO-Werbegesellschaft und gründet ein Institut, das in den 1960er und 1970er Jahren Wegbereiter und Institution der Sozialforschung in Österreich ist: IFES, das „Institut für Empirische Sozialforschung“.

Bruno Kreisky war es, der als erster die Chancen erkannte, die die neuen Methoden und Erkenntnisse dem politischen Willensbildungsprozess boten. Bahnbrechende Entwicklungen aus dieser Zeit sind der von Karl Blecha entwickelte „Opinion Leaders-Index“, die „Multivarianten Analyse“ und die „Wählerstrom Analyse“. Es war nur die logische Folge, dass Bruno Kreisky Karl Blecha in seinen engsten Beraterkreis aufnahm und Blecha bis zu Kreiskys Ausscheiden aus der Politik und darüber hinaus als sein engster Vertrauter galt.

Schon 1970 und 1971 war Karl Blecha in wesentlicher Funktion an den Nationalrats-Wahlkämpfen beteiligt; die Kreisky-Kampagnen 1975, 1979 und 1983 standen unter seiner Leitung und alleinigen Verantwortung.

Von Dezember 1975 bis Mai 1981 war Karl Blecha Zentralsekretär der SPÖ, von 1981 bis 1990 stellvertretender Parteivorsitzender. Als Bundesminister für Inneres gehörte er ab 1983 den Koalitionsregierungen Sinowatz/Steger, Vranitzky/Steger, Vranitzky/Riegler und Vranitzky/Mock an.

Nach seinem Ausscheiden aus der österreichischen Innenpolitik und der Wende in Osteuropa 1989 gründet Karl Blecha das Mitropa-Institut für Wirtschafts- und Sozialforschung und ist in den 1990er Jahren in vielen Ländern des ehemaligen Ostblocks beim Aufbau des marktwirtschaftlichen und politischen Systems als Berater tätig.

Mit der Wahl zum Präsidenten des Pensionistenverbandes Österreichs im März 1999 erfolgt die Rückkehr in die österreichische Innenpolitik. Seit dem Jahr 2000 ist Karl Blecha wieder Mitglied des Parteipräsidiums der Sozialdemokratischen Partei.

Seine fast zwei Jahrzehnte andauernde Präsidentschaft beim Pensionistenverband ist geprägt von nachhaltig wirkenden Meilensteinen der Seniorenpolitik in Österreich, allen voran von der Anerkennung der Pensionistenvertreter als Sozialpartner. Der gesetzlichen Interessenvertretung der österreichischen Senioren, dem Österreichischen Seniorenrat, steht er seitdem als Präsident vor. Ebenso wird er zum Präsidenten der Europäischen Seniorenorganisation ESO gewählt.

Als glühender Verfechter einer solidarischen Gesellschaft erkennt Karl Blecha schon früh die Bedeutung der Generationen-Solidarität und arbeitet unablässig an einer Generationenpolitik, die auf einem Miteinander von Jung und Alt in der Gesellschaft beruht und ein Gegeneinander ausschließt.

Karl Blecha wird auf den PVÖ-Verbandstagen 2003, 2006, 2010 und 2014 als Präsident des Pensionistenverbandes mit Mehrheiten jenseits der 95-Prozent-Marke wiedergewählt.

Für Österreichs Seniorinnen und Senioren erkämpft und verhandelt er so wesentliche Errungenschaften wie die langfristige Sicherung der Pflege, eine Steuerreform, bei der vor allem Pensionistinnen und Pensionisten mit geringem Einkommen profitieren und Pensionsanpassungen, die zumindest die Teuerung ausgleichen. Für geringverdienende Pensionistinnen und Pensionisten erreicht er sogar eine Anhebung über dem gesetzlich geregelten Wert. Sein jüngster Erfolg war die Durchsetzung der Abschaffung des Pflege-Regresses bei Heimpflege.

Um den Jahreswechsel 2017/18 gibt Karl Blecha bekannt, beim PVÖ-Verbandstag 2018 nicht mehr für eine weitere vierjährige Präsidentschaft zu kandidieren. Am 16. April 2018 wird Dr. Peter Kostelka von den Delegierten des Verbandstages zum neuen Präsidenten des PVÖ gewählt.

Karl Blecha wird noch am Verbandstag zum Ehrenpräsidenten des Pensionistenverbandes Österreichs ernannt. Er wird sich in Zukunft wieder verstärkt der von ihm gegründeten Österreichischen Gesellschaft zur Förderung der Forschung widmen, der er als Präsident vorsteht. Auch in dieser Funktion stellt er – wie in all seinem Tun und Handeln – das Streben nach mehr Gleichheit, Gerechtigkeit und Freiheit in den Mittelpunkt seiner Arbeit, für die er seine schier unerschöpfliche Kraft aus der Erkenntnis zieht: „Man darf sich nie mit Erreichtem zufriedengeben.“

Funktion: 
Ehrenpräsident

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